Die Technologie Adaptive Restore

Computer Nutzer wissen oft weniger über Datenwiederherstellung als über Datensicherung – trotz der Tatsache, dass ein bestehendes Sicherungsarchiv nur der halbe Weg zu einer funktionierenden Strategie im Bereich Storage Management ist. Die Datenwiederherstellung ist eine ebenso wichtige Operation. Unterstellen Sie einfach, Sie müssten beschädigte Hardware Ihres PC´s oder sogar den gesamten PC austauschen, da die dieser nicht mehr funktioniert. Was würden Sie tun? Wenn Sie ein bereits erstelltes Archiv zur Hand haben, lässt sich dieses nicht ohne weiteres auf neuer Hardware wiederherstellen – Windows würde schlicht nicht funktionieren. Natürlich wäre es möglich, das Betriebssystem auf der neuen Hardware zu installieren und die notwendigen Daten aus dem Archiv auf den neuen Rechner zu transferieren – aber haben Sie wirklich die Lust und Zeit, eine so aufwendige und langwierige Operation durchzuführen?

Die Adaptive Restore Technologie wurde von Paragon Software über Jahre hinweg weiterentwickelt und ist fähig, sämtliche Wiederherstellungen und Migrationen auf abweichende Hardware durchzuführen. Ziel ist es, Ihr System nach einem Hardware Austausch wieder funktionsfähig zu machen. Adaptive Restore ist in vielen Paragon Produkten enthalten.

In diesem Beitrag wird erklärt, wie Adaptive Restore eigentlich genau funktioniert, wie es bedient wird und wie es für Sie von Nutzen sein kann.

Die erste Version von Adaptive Restore war lediglich mit Windows Vista und Windows 2008 kompatibel. Diese Betriebssysteme verfügen über viele integrierte Hardware Treiber. Waren diese Treiber inaktiv, so konnte Adaptive Restore diese bei der Migration des Systems auf neue Hardware zwar wieder aktivieren, doch das Hinzufügen von weiteren, externen Treibern, war nicht möglich. Wegen der Wichtigkeit dieser Funktion erhielt die nächste Version von Adaptive Restore die Fähigkeit, neben der automatischen Einstellung des Betriebssystems auch neue Treiber in das System einbinden zu können.

Nach vielen Weiterentwicklungen wurde aus Adaptive Restore das was es heute ist, eine starke Technologie mit vielen Einstellungsmöglichkeiten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um zwei Basisfunktionen. Zunächst richtet das Programm den Betriebssystem Kernel aus und passt die HAL (Hardware Abstraction Layer) an. Zweitens installiert das Programm weitere Treiber, um die Funktionsfähigkeit der Startroutine des Betriebssystems auf neuer Hardware zu gewährleisten. Heutzutage ist Adaptive Restore kompatibel mit modernen Betriebssystemen wie Windows Vista, 2008 und Windows 7 sowie mit deren Vorgängern Windows 2000 und Windows XP/2003.

Adaptive Restore ist ein sowohl einfaches als auch umfangreiches Tool. Während der Durchführung einer Migration brauchen Sie dem Programm eigentlich nicht viel Aufmerksamkeit widmen. Es erkennt, für welche Hardware noch keine aktuellen Treiber installiert worden sind und Ihnen das Ergebnis mit. Unerfahrene Nutzer können sich dann vollständig auf den Adaptive Restore Algorithmus verlassen, während fortgeschrittenen Benutzern die Möglichkeit gegeben wird, die Einstellungen von Adaptive Restore individuell anzupassen.

Im einfachsten Szenario brauchen Sie dem Betriebssystem lediglich den Pfad angeben, auf dem die externen Treiber zur Verfügung gestellt werden. Hier können auch mehrere Ziele angegeben werden; das Programm wird sämtliche Ziele auf benötigte Treiber untersuchen und gegebenenfalls installieren. In dieser benutzerfreundlichen Lösung können Sie allerdings nicht selber kontrollieren, welche Treiber tatsächlich installiert werden.

Daher können Sie auch einen individuelleren Weg gehen und die Funktionen für fortgeschrittene Anwender nutzen. Hier stellt Ihnen das Programm viele weitere optionale Parameter und Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem lassen sich alle Hardwareinformationen einsehen, außerdem die Hinweise, für welche Hardware neue Treiber installiert werden müssten.

Nach diesem Schritt können Sie die Treiber nun separat installieren. Dies ist sehr sinnvoll, wenn sie beispielsweise eine ganz bestimmte Version eines Treibers installieren wollen. Allerdings kann Adaptive Restore auch sämtliche infrage kommenden Treiber für die entsprechende Hardware einbinden, selbst wenn ein Treiber für die Hardware bereits vorhanden ist – sodann besteht die Option, alle Versionen zu behalten, oder nur die aktuellste oder gewünschte Version zu belassen. In dem Fall, dass Adaptive Restore weder in der Windows Datenbank noch auf den angegebenen Pfaden Treiber findet, wird es Sie erneut bitten, Treiber bereitzustellen.

In jedem Fall wird nach der Beendigung der Adaptive Restore Operation ein Start- und Funktionsfähiges Betriebssystem vorhanden sein. Neben dem beschriebenen Szenario der Systemwiederherstellung nach einem Hardware Crash gibt es aber noch viele weitere Fälle, für welche die Technologie Adaptive Restore eingesetzt werden kann:

Beispielsweise kann Adaptive Restore die Startroutine von Betriebssystemen, welche erfolglos mit Software von Drittanbietern auf abweichende Hardware migriert wurden, wiederherstellen. Eine weitere Möglichkeit der Einbindung von Adaptive Restore überschneidet sich mit einem aktuellen Trend im IT-Bereich – der Virtualisierung. In vielen Fällen macht es Sinn, das physische Betriebssystem in eine virtuelle Umgebung zu migrieren. Neben der traditionellen Kopie-Migration können Sie mit Adaptive Restore auch ein Archiv von Ihren physischen System virtualisieren und verfügen danach über eine virtuellen Klon Ihres Systems.

Die Technologie Adaptive Restore ist unter anderem zu finden in Paragon Software Produkten wie Virtualization Manager 2010, Backup & Recovery 10 Suite und Festplatten Manager 2010. Innerhalb der Programme lässt sich Adaptive Restore  entweder vom P2P Anpassungs-Assistenten oder von der bootfähigen Wiederherstellungs-CD (WinPE) ausführen.

3 Gedanken zu „Die Technologie Adaptive Restore“

  1. Hallo Paragon Team,
    ist das folgende Szenario mit einem ihrer Produkte durchführbar:
    Eine Systemfestplatte mit OS, Daten und Programmen liegt vor. Das OS soll auf eine SSD, die Daten und Programme auf je eine HDD. Darüber hinaus soll sich auch nahezu die gesamte Systemhardware ändern. Deswegen soll natürlich auch das OS, wie oben beschrieben, entsprechend migrieren. Wird das OS Win 7 dabei auf die SSD eingestellt?
    Mit besten Grüßen
    R.F.

    1. Hallo R.F.,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Ja, das von Ihnen beschriebene Szenario kann komplett mit unseren Produkten umgesetzt werden. Folgendes wäre der richtige Weg:

      1. SSD zusätzlich zur bisherigen Festplatten an den Computer anschließen.
      2. Per „Migrate OS to SSD“ nur die Betriebssystempartition auf die SSD übertragen.
      3. Per „Adaptive Restore“ alle alten Hardware-Treiber aus dem System nehmen (erste der beiden Assistenten-Optionen)
      4. Von der SSD booten (am besten beim ersten Mal die ursprüngliche Festplatte komplett abhängen)
      5. Treiber des neuen System auf das nun von SSD gebootete Betriebssystem installieren
      6. Alte Platte wieder anhängen, alte C-Partition löschen und den Speicherplatz anders belegen, je nach Ihrem Bedarf.

      Vor diesen Operationen empfehlen wir Ihnen ein Image Ihrer „alten“ Festplatte anzulegen.

      Alle diese Funktionen erhalten Sie bei uns in nur einem Produkt (inklusive des Imagings und der klassischen Datensicherung):
      Paragon Festplatten Manager 2011 Suite (39,95 Euro)

      1. Hallo Herr F.,

        vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe noch eine Frage zu Punkt 2 (2. Per “Migrate OS to SSD” nur die Betriebssystempartition auf die SSD übertragen.): Sie schreiben hier von der „Betriebssystempartition“. Leider gibt es die bei mir nicht, sondern eben nur eine Partition mit OS, Programmen und Daten. Wie lässt sich dieses Problem umgehen?

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